Tim und Julia in Neuseeland

Tim und Julia in Neuseeland

Erst einmal wünschen wir allen, die das lesen, ein frohes neues Jahr 2017!

Dieser Beitrag soll sich um Carl, unseren Campervan, drehen. Im August haben wir ihn gekauft, ohne zu ahnen, wie viel Zeit, Arbeit und Geld uns der Ausbau kosten würde. Insgesamt haben wir wohl 6 Wochen für die Fertigstellung gebraucht, da wir nebenbei 4-5 Stunden gearbeitet haben. Danach waren wir aber noch lang nicht zufrieden und modifizierten oder ergänzten immer wieder Kleinigkeiten. Deshalb nun endlich mal ein paar Bilder unserer Arbeit. Am schwierigsten war es, sich im leeren Van vorzustellen, wie die einzelnen Sachen angeordnet werden sollten und einen Plan zu erarbeiten. An den Plan haben wir uns natürlich nicht gehalten. 😉 Oft mussten wir feststellen, dass manche Dinge einfach nicht umzusetzen waren. Irgendwo mussten wir jedoch anfangen und deshalb fokussierten wir uns anfangs auf das Bett. Das sollte ausgeklappt so groß sein, dass selbst Tim bequem darauf schlafen kann, ohne dass seine Füße in der Luft hängen. Eingeklappt wollten wir einen Tisch und zwei Hocker bauen, die es uns ermöglichen sollten, auch bei schlechtem Wetter Essen zu kochen oder am Tisch Spiele zu spielen etc. Einfach war es bei weitem nicht, aber am Ende haben wir tatsächlich ein Bett zusammengeschustert, dass tagsüber zu einer Couch, zwei Hockern und einem Tisch umfunktioniert werden kann. Danach haben wir uns den Vorhängen gewidmet, die aus zwei unterschiedlichen Stoffen bestehen, weil wir einfach zu wenig von einem gekauft haben. An den Seiten über dem Bett haben wir Aufbewahrungstaschen befestigt, die sich als sehr hilfreich herausgestellt haben, wenn man im Dunkeln mal sein Telefon sucht.

Hocker, Tisch und Couch. Das Weiße ist der Campingtisch für draußen.
Bett von der Seitentür aus
Danach musste ein Bodenbelag her, der uns ziemlich viele Nerven gekostet hat. Wir haben uns für Bastel-Linoleum entschieden. Sieht ganz gut aus, ließ sich aber furchtbar schwer verlegen. Dass alles krum und schief ist, sieht man im Endeffekt gar nicht mehr. 🙂
Damit haben wir dann auch noch die Hocker und die Couch verkleidet. Auch diese sind natürlich nicht annähernd gerade.


Unsere Küche

Den Unterbau der Küche haben wir selbst gebaut. Der hellere Schrank darauf ist ein alter Schreibtisch, den wir gebraucht gekauft haben und dessen Beine nun die Beine unseres Tisches sind. Darin lagern wir unsere Geschirr, Besteck etc. Darauf hat Tim eine Kiste gebaut und einen Obst- und Gemüsekorb befestigt. Die grüne Schüssel ist unsere Spüle mit Abwasser- und Frischwassertank darunter. Das Wasser wird mithilfe einer Fußpumpe in die Schüssel gepumpt und so können wir bequem unser Geschirr spülen.

Herausziehbare Schublade, auf die wir sehr stolz sind 🙂

Die Herausforderung schlechthin stellte die Solaranlage auf dem Dach dar. Im Idealfall soll sie den Kühlschrank betreiben und die Startbatterie aufladen. Das funktioniert ganz gut, aber über die Installation haben wir uns lange den Kopf zerbrochen und zusammen mit Vati überlegt, was für uns das Richtige ist und was zu tun ist. Wir mussten ein Loch für die Kabel in das Dach bohren und abdichten und das ganze Ding irgendwie festmachen. Wir haben uns für Spezialkleber entschieden, um weitere Bohrlöcher zu vermeiden und das hält bis heute ziemlich gut. 🙂 Das Anbringen erfolgte auf einem Sportplatz mit Holzzaun, der uns als Leiter diente. Die ersten Fahrversuche waren etwas aufregend, aber nach kurzer Zeit hatte man schon vergessen, dass das Ganze "nur" mit Kleber befestigt ist.

Solaranlage auf dem Dach

Mittlerweile sind wir ziemlich zufrieden mit dem Endergebnis. Wir fühlen uns wohl und haben im Ausbauprozess auf jeden Fall ziemlich viel gelernt.


Author: Tim Schollbach
Posted: January 4, 2017, 12:47 am


Waipu Cave, eine Höhle, in der ein Fluss fließt und man Glowworms "Glühwürmer", kleine leuchtende Insekten, beobachten kann, hörte sich für uns vielversprechend an. Deshalb machten wir uns mit unseren Gummistiefeln auf den Weg dorthin. In der Höhle waren recht viele Leute unterwegs, die über einen schmalen Pfad das andere Ufer des Flusses erreichen wollten. Tollpatsch Julia verlor bei der Überquerung das Gleichgewicht, aber dachte noch "Ich habe ja Gummistiefel an" und trat in die vermeintliche Pfütze am Rande des Pfades. Aber falsch gedacht - die Pfütze entpuppte sich als sicherlich zwei Meter tiefes Loch, in dem ich leicht hätte verschwinden können. Glücklicherweise für mich und alle Habseligkeiten in meinem Rucksack, verschwand aber nur mein halbes linkes Bein im dunklen schlammigen Wasser. Mit einem Gummistiefel voller Wasser lässt es sich nur schwer weiterlaufen 😛 Schon bald konnten wir beide jedoch herzlich darüber lachen und da die Sachen nun eh schon nass waren, stapften wir weiter durch den Fluss ins Innere der Höhle und bestaunten die Stalagmiten und Stalaktiten. Am Ende für all diejenigen, die nicht kriechen wollten, angekommen, begegneten wir dann auch den Insekten, die in ihrem schönsten Licht für uns die Decke in einen grün-leuchtenden Sternenhimmel verwandelten... Auf diesem Abenteuer haben wir auf jeden Fall gelernt, dass es in Höhlen direkt neben flachen Pfützen auch metertiefe Löcher geben kann, in die man nicht hineinfallen möchte 🙂


Stockdunkle Höhle mit beleuchtetem Eingang und Julia mit der Taschenlampe in der Ecke













Als nächstes machten wir uns auf den Weg zur Halbinsel Coromandel, die im Sommer vielen Neuseeländern als Ferienziel dient. Am Anfang sah es für uns nicht besonders nach Urlaubswetter aus. Es regnete fast ununterbrochen und auch die Straßen blieben von dem Unwetter nicht unversehrt. Überall wurde an abgerutschten Abschnitten gebaut oder Geröll weggeräumt. Die Straßen führten oftmals direkt am Meer entlang und wurden auf der andern Seite von Felswänden begrenzt, da hätte man nicht so einfach ausweichen können. Das Wetter besserte sich jedoch rasch und wir konnten zu einem Ort weiterreisen, den wir schon von vielen Bildern von Neuseeland kannten.



Besonders erwähnenswert fanden wir Cathedral Cove, einen Durchgang, der durch das Meer in einen Fels gespült wurde. Ein ca. 30-minütiger Fußweg führte uns zu dem berühmten Strand. Die Flut stand schon vor der Tür, weshalb es an diesem Ort alles andere als ruhig war. Mit lautem Donnern schlug das Wasser an die Wände des Durchgangs und machte uns verständlich, nicht allzu nah zu kommen. Auch bunte Gesteinsschichten und kleine Wasserfälle konnten wir dort bestaunen. Die Kraft des Meeres hat uns versichert, dass es diesen Ort nicht für immer geben wird.  


Weiter ging es für uns zur Bay of Plenty, einer Region, die für den Anbau von Kiwis und Avocados bekannt ist. Dort fanden wir nach einiger Zeit des Suchens einen Job. Zunächst ging es für uns darum, die Knospen von Kiwipflanzen auszudünnen, damit wenige, dafür große Früchte wachsen können. Das war eine ziemlich anstrengende Arbeit, die aus 8,5 Stunden monotoner Bewegung bestand, die unseren Nacken und Rücken nicht gerade gut getan hat. Wir konnten aber glücklicherweise bei einem netten Farmer-Ehepaar auch ein paar Tage lang andere Arbeiten verrichten, die viel abwechslungsreicher waren, z.B. Unkraut jäten, Avocadobäume düngen, Tim durfte Traktor fahren oder die jungen Kiwipflanzen beschneiden. Außerdem durften wir die Avocados behalten, die wir vom Boden aufgelesen haben, manchmal 19 auf einen Streich, sowie Zitronen, Orangen, Limetten, grünen Spargel oder Mikropflanzen, die aus den Samen von Brokkoli, Rettich und anderem Gemüse gezüchtet werden. Alles in allem hatten wir eine tolle Zeit auf der Farm von Tim und Philippa mit ihrem verspielten Hund Charlie und konnten nebenbei ein wenig Geld zum Weiterreisen sparen. An der Bay of Plenty hat uns besonders gefallen, dass man von einigen Stranden aus den Meeresvulkan White Island sehen konnte, der kontinuierlich qualmt und einem das Gefühl gibt, dass dort etwas auf einen wartet. Eine Tour dorthin würden wir gern irgendwann einmal machen. 


White Island kann man von einigen Stränden in der Bay of Plenty-Region beim Qualmen beobachten
Ein Austernfischer-Pärchen bei traumhaftem Sonnenaufgang am Strand

Leider hat diesmal die Formatiertung nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Beim nächsten Mal wird es besser 😉
Author: Tim Schollbach
Posted: November 4, 2016, 4:46 am
Ausblick auf den Ninety Mile Beach
Nach der Bay of Islands zog es uns zur nördlichen Spitze der Nordinsel. Auf dem Weg dorthin fanden wir einen ruhigen Aussichtspunkt, von welchem man bei klarem Wetter den Ninety Mile Beach, der eigentlich nur ca. 88 km also 55 Meilen, lang ist, sehen kann. Mit dem Pferd brauchte man wohl 2-3 Tage, um den Strand entlang zu reiten, daher kommt der Name. Es ist ein sehr rauer Strand, der wirklich länger ist, als man mit den Augen erfassen kann. Teilweise wird er als Straße genutzt, aber dazu komme ich später noch einmal. 


Ninety Mile Beach
Cape Reinga ist der nördlichste begehbare Punkt Neuseelands und ist berühmt für seinen Leuchtturm. Wir waren am späten Nachmittag dort, wodurch er auf den Bildern im Licht der Abendsonne erstrahlt. Auf Grund der tiefstehenden Sonne, kann man den Treffpunkt der Tasman Sea und des Pazifik auf den Bilder nicht so gut erkennen. Die Meere waren an dem Tag sehr ruhig, doch man konnte an den Wellen die Kraft erahnen, die dahinter steckt. Definitiv ein Platz, der zum Verweilen einlädt.



Cape Reinga



Als nächstes bestaunten wir die riesigen Sanddünen, die vom Wind angehäuft wurden und die man besteigen kann. Besonders der Abstieg hat uns Spaß gemacht, weil man teilweise bis zu den Knien im weichen Sand steckte oder solche großen Schritte machen konnte, dass man das Gefühl hatte, zu fliegen. Die Vielfalt der Natur hat uns in erster Linie dazu bewegt, nach Neuseeland zu reisen. An diesen Orten hat es sich auf jeden Fall bestätigen können. Wie haben uns gefühlt, als würden wir in der Wüste stehen.




Da der Ninety Mile Beach auch als Straße genutzt wird, kamen wir nicht drum herum, auch das mal auszuprobieren. Von den Sanddünen aus führt eine ca. 3 km lange Auffahrt durch einen Fluss, der bei Ebbe wenig Wasser führt, zum Strand. Im Reiseführer wurde diese als meist genutzte Auffahrt beschrieben. Also ignorierten wir alle Warnschilder "Auf eigene Gefahr" und machten uns auf den Weg. Durch den Fluss hatte Carl überhaupt keine Probleme und konnte uns sicher zum Sand bringen, doch dann passierte es. Wir sind stecken geblieben. Der Sand hinter dem Fluss war einfach viel zu weich für den schweren Carl ohne Allrad.. Zunächst waren wir etwas verzweifelt, weil wir damit rechneten, dass die Flut, die in ca. 4 Stunden kommen sollte, unseren Carl mit all unseren Besitztümer fortspülen könnte. Doch bald erfuhren wir von einem vorbeikommenden Touristenbus, dass die Flut weder vom Meer noch vom Fluss an diesen Punkt gelangen sollte. Dies ist vermutlich auch der Grund, wieso der Sand so weich war und sich selbst die Touristenbusse festgefahren haben. Leider konnten sie uns nicht herausziehen, doch viele der Touristen aus den Bussen versuchten, uns mit aller Kraft aus dem weichen Sand herauszuschieben. Auch dieser Versuch missglückte. Aber das Glück war auf unserer Seite. Als wir uns auf den Weg zu Fuß zurück zu den Dünen machten, wo wir hofften, auf Hilfe zu treffen, kamen zwei sehr nette Schweden vorbei, die uns mit ihrem Auto, das für den Untergrund besser geeignet war, zu einer Station des Department of Conservation fuhren, was so viel ist wie eine Naturschutzbehörde. Die Männer dort zögerten nicht lange und zogen uns mit ihrem Auto ein Stück weit auf festeren Sand. Dort konnten wir umdrehen und ohne anzuhalten den ganzen Weg allein zurück meistern. Ihr glaubt nicht, wie erleichtert wir waren. So sind wir ohne Verlust noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber dieses Abenteuer werden wir wahrscheinlich nie vergessen und schon eine Weile später konnten wir darüber lachen.

Ein paar Tage später machten wir uns Richtung Süden auf und fanden am Abend einen sehr abgeschiedenen Campingplatz. Dieser liegt an der Westküste Aucklands und lässt die vulkanische Herkunft der Region erkennen. Besonders der schwarze Sand und die felsige Küste konnten uns begeistern. Es sah aus wie in einer völlig anderen Welt.






Author: Tim Schollbach
Posted: September 21, 2016, 1:12 am

Während unserer ersten richtigen Reise hat es uns in den hohen Norden der Nordinsel verschlagen. Die Bay of Islands war das erste Fleckchen Land, dass die Europäer bei der Entdeckung Neuseelands im 18. Jh zu sehen bekamen. Die zahlreichen Inseln, die sich vor der Küste zeigen, kann man nur richtig aus der Luft oder vom Meer aus betrachten. So haben wir uns also eine Bootsfahrt vom kleinen Örtchen Russell aus gegönnt. Gleich zu Beginn der Fahrt konnten wir Delfine sehen, die das Boot begleiteten. Eine kleine Gruppe mit einem Jungtier. Auch von Walen und manchmal auch Haien sprach die Kapitänin. Das Wetter war traumhaft. Sehr sonnig und ruhiges Wasser. Deshalb waren auch viele Motorboote und ein paar Leute mit Kayaks unterwegs, auf die wir etwas neidisch waren. Einige der Inseln sind in Privatbesitz und dabei war es interessant zu sehen, wie die Besitzer versucht haben, ihre Häuser in das Landschaftsbild einzugliedern. Mit dem Boot konnten wir nah an sie heranfahren. 




Weiter ging es auf das offene Meer, dass sich stürmischer zeigte. Ziel der Tour war das berühmte "Hole in the Rock", Piercy Island, eine Insel mit einem großen Loch, durch das man theoretisch durchfahren kann. Dieses wurde vom Meer und kräftigen Winden geschaffen. Leider war es schwer, ein gutes Foto zu bekommen, da die anderen Touristen auf dem Boot alle gleichzeitig an dem perfekten Schnappschuss arbeiteten. Wir haben uns in der Zeit zurückgelehnt, um die Details der Insel zu entdecken. Für eine Durchquerung des Loches waren die Wellen an diesem Tag einfach zu hoch. Dafür hatten wir Glück und konnten ein paar Seerobben beim Sonnen beobachten. Insgesamt war es ein toller Ausflug, der uns Neuseelands Natur ein Stück näherbringen konnte.

Hole in the Rock


Das älteste Steingebäude sahen wir uns im Anschluss an. "Stone Store" war ein Lagerhaus der ersten Missionare und ist heute Museumsstätte. Daneben steht "Kemp House", das älteste noch stehende Gebäude der neuseeländischen Kolonialzeit von ca. 1822. 

Kemp House
Stone Store
Eine weitere Attraktion ist eine Wendeltreppe, die in einen antiken Kauri-Baumstamm geschlagen wurde. Der Baum wuchs 1087 Jahre bevor er vor ca. 45000 Jahren umstürzte und seit der Zeit im Boden konserviert wurde. Man entdeckte ihn 1994 bei Bauarbeiten und formte aus einem Teil von ihm eine Treppe, die man übrigens für 2,5 Millionen Dollar kaufen kann.


Noch ein schönes Landschaftsbild mit tief hängenden Wolken 🙂

Author: Tim Schollbach
Posted: September 13, 2016, 11:16 pm

Nach einer weiteren Woche Gartenarbeit und Campervan-Ausbau war es am 26.08. Zeit für den ersten Wochenendausflug. Erster Halt war die Goat Island an der Ostküste. Diese ist berühmt für ihre einzigartige Vielfalt an Meeresbewohnern und wird als super Tauchgebiet beworben. 


Unser nächster Stopp war die Stadt Whangarei und die Whangarei Falls, ein 24m hoher Wasserfall am Rande der Stadt. Dann war es auch schon Zeit, einen Schlafplatz zu suchen. Leider konnten wir keinen Campingplatz mehr finden, deshalb tat es auch ein Parkplatz mit öffentlicher Toilette. Nachts sah dieser nicht so einladend aus, doch morgens weckte uns das Rauschen des Meeres und wir waren überrascht zu sehen, dass wir eigentlich nur durch eine Sanddüne vom Meer getrennt waren. 
Am nächsten Tag ging es für uns weiter in Richtung Westküste zum Trounson Kauri-Park. Ein toller Campingplatz mit Zugang zu einem Waldrundgang. Dort trafen wir einige andere Backpacker, viele Deutsche und zwei super nette Franzosen, die uns Tipps zum Van-Ausbau geben konnten. Im Dunkeln haben wir uns dann, auf Empfehlung der anderen, aufgemacht, um im Wald nach Kiwis Ausschau zu halten. Am Tor zum Rundgang begrüßte uns erstmal ein Possum oder Fuchskusu genannt, ein Beuteltier, das aus Australien eingeschleppt wurde. Die Kiwis sind nachtaktive, flugunfähige Vögel, die auf dem Waldboden leben und mit ihren Rufen einen großen Krach veranstalten können. Auf leisen Sohlen und mit pochendem Herzen legten wir uns in der völligen Dunkelheit, nur mit Stirnlampe ausgestattet, auf die Lauer. Weit mussten wir nicht laufen, da konnten wir schon Rascheln vernehmen. Wir verharrten eine Weile und lauschten aufmerksam. In dem Moment, in dem ich schon aufgeben wollte, sahen wir den kleinen Krachmacher. Der Kiwi ließ sich von uns nicht wirklich beim Absuchen des Bodens nach Futter stören, aber war auch gleich wieder verschwunden. Wir hatten wirklich Glück, denn keiner der anderen Backpacker konnte an dem Abend einen Kiwi sehen, obwohl sie teilweise dreimal so lang unterwegs waren.


Im Morgengrauen machten wir uns erneut zu einem Waldrundgang auf. Auf dem Bild sieht man Tim beim Desinfizieren seiner Schuhe. Diese Stationen gibt es an jedem Eingang zum Wald, da die gewaltigen Kauri-Bäume von einer Krankheit bedroht werden, die zu ihrer Ausrottung führen könnte. Da sie schon unvorstellbar lang auf der Insel verweilen ("Dinosaurier-Futter"), wäre das sehr tragisch. 

Unter anderem konnten wir im Laufe des Tages im Waipoua Forest den größten Kauri sehen, den Tane Mahuta (auf dem Bild mit mir in der Ecke). Dort war es vollkommen ruhig und so waren auch wir eine Weile still und haben die friedvolle Atmosphäre auf uns wirken lassen. Eine tolle Erfahrung. Wir haben und sehr klein gefühlt als wir vor dem Naturriesen mit ca. 51 m Höhe standen.

Insgesamt war es ein sehr schönes Wochenende, das uns einen Vorgeschmack auf das Reisen im Campervan und auf Campingplätzen vermittelt hat, der uns motiviert, weiter am Ausbau zu feilen.
Author: Tim Schollbach
Posted: September 2, 2016, 10:44 am

In dem vorherigen Post hat man es sicher schon erahnen können... Wir haben einen Van gekauft! Sein Name ist Carl und er ist ein 1992er Nissan Caravan, der erst ca. 90.000 km gefahren und laut Mechaniker der beste Van ist, den er in dem Alter je gesehen hat. Er ist noch nicht ausgebaut, das müssen wir also selbst tun, aber wir haben schon einen ungefähren Plan. Carl hat ein Automatikgetriebe und fährt sich recht gut, nur die Lenkung ist gewöhnungsbedürftig leichtgängig. Auf der linken Seite zu fahren erfordert noch etwas mehr Konzentration als sonst, aber die Umstellung fällt uns leichter als gedacht. 

















Zurzeit sind wir bei Janice, einer älteren Dame und ihrem Hund Muffy in einer Ferienwohnung untergebracht. Für die Unterkunft und Verpflegung arbeiten wir am Tag 4 Stunden im Garten. Dabei befreien wir das Grundstück von störrischem Bambus und anderen Pflanzen. Die restliche Zeit wollen wir nutzen, um Carl auszubauen 🙂
Die Natur in der Gegend von Matakana ist wunderschön. Das Haus liegt direkt an einem Fluss, der von einem Wasserfall (den man von der Terrasse aus hört) gespeist wird und ins Meer fließt. Daher besteht er aus Süß- und Salzwasser. Außerdem unterliegt er Ebbe und Flut. Morgens und abends ist er gefüllt und über den Tag verschwindet das Wasser und kommt langsam wieder zurück. Ich denke, die Bilder sprechen für sich 🙂

Author: Tim Schollbach
Posted: August 17, 2016, 9:47 am
Auckland, Neuseelands größte Stadt. Auf den Straßen ist super viel los und trotzdem begegnet man Leuten, die einem von sich aus Hilfe anbieten und bei Orientierungsschwierigkeiten unter die Arme greifen...




Auch in dieser lauten und ermüdenden Stadt haben wir ein paar entspannte Plätze finden können, wie z.B. Albert Park oder eine schöne alte Einkaufspassage mit nostalgischen Bekleidungsgeschäften sowie ein leckeres veganes Restaurant. Rundherum gibt es viele Sandstrände, die Touristen anziehen. Die Bilder zeigen, dass Neuseeland nicht umsonst "Aotearoa" heißt, das so viel wie "Land der langen weißen Wolke" bedeutet.

Author: Tim Schollbach
Posted: August 17, 2016, 8:35 am
Am 7. August um 7.05 Uhr neuseeländischer Zeit war es dann soweit... wir sind in Auckland gelandet. Der Flug war anstregend doch erträglich mit ein paar leichten Turbulenzen. Rund zehn Minutaen vorher konnten wir die Nordinsel schon von oben erspähen und ihre Schönheit bewundern. Die Sonne ging gerade auf und der Himmel war klar, sodass wir die Lichter der Städte, die Hügellandschaften, geschwungene Straßen und Meeresbuchten erkennen konnten. Vergessen werden wir diese Bilder sicher so schnell nicht.
Nach etwa einer Stunde Schlangestehen, Absuchen durch Drogenspürhunde und Schuhsohlenvorzeigen, durften wir das Land betreten. In Neuseeland gibt es strenge Einreisebestimmungen, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. So darf man z.B. keine Nüsse, Samen etc. mitbringen oder muss seine Wanderschuhe säubern, wenn Erde an der Sohle klebt. Bei uns war alles in Ordnung. Auch das Camping-Messer, dass Tim zum Geburtstag bekommen hat (Danke nochmal B.H.S.U.T :), ist problemlos durchgekommen. Nun konnten wir den Flughafen verlassen und den Weg zu unserer ersten Bleibe suchen. Dies gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht. In Neuseeland ist das öffentliche Verkehrsnetz nur wenig ausgebaut und da wir in die Vorstadt Otahuhu mussten, sollten wir drei verschiedene Busse nehmen. Den ersten haben wir gerade so bekommen, da wir erst bei seiner Ankunft realisiert haben, dass man beim Busfahrer wahrscheinlich nicht mit einem 50 NZD-Schein bezahlen kann. Zwei nette ältere Männer konnten uns dann glücklicherweise Geld wechseln. Angekommen an der zweiten Haltestelle konnten wir es kaum glauben als unser nächster Bus ohne zu bremsen an der Haltestelle vorbeidonnerte. Wir wussten nicht, dass es nicht reicht, an der Haltestelle zu stehen und erwartungsvoll auf die Straße zu blicken, manche Fahrer bestehen darauf, dass man die Hand raushält. So standen wir dann erst einmal da mit unseren zwei großen Reiserucksäcken und dem Handgepäck. Zudem war es recht kalt draußen und wir wussten einfach nicht wo wir waren. Also sind wir zur nächsten Zugstation gestiefelt und dort wurde uns auch gleich die Unwissenheit am Gesicht abgelesen. Freundlich erhielten wir die Anweisung für das weitere Vorgehen, d.h. wir nahmen den Zug. Angekommen an der Station Otahuhu waren wir noch lange nicht richtig angekommen. Da weder Busse noch Bahnen in die gewünschte Richtung fuhren, mussten wir uns auf die altbewährten Füße verlassen. Diese wurden unter 15 kg Mehrgewicht sehr schnell müde. Endlich angekommen in der Princes Street, in der nach unserem Wissen unsere Bleibe sein sollte, stieg unsere Laune nicht gerade als wir erfuhren, dass dahinter, über eine Brücke über den Highway 1, erst die Princes Street East beginnt. Das "East" hab en wir leichtfertig überlesen. Insgesamt haben wir für die rund 3 km etwa eine Stunde gebraucht. Puh! Gegen Mittag dort angekommen wurden wir jedoch freundlich begrüßt und zu unserem Wohnwagen für die ersten drei Tage gebracht. 


Dieser enthielt alles was man braucht, Dusche, Toilette, zwei Betten (eines mit einer verschlafenen Julia darin), Sitzecke, Küche mit Gasherd und eine Heizung, welche zu unserem besten Freund wurde, da wir in der Nacht recht niedrige Temperaturen erreichten. Schon nach einiger Zeit übermannte uns die Müdigkeit, die sich wohl aus wenig Schlaf im Flugzeug, Jetlag und einem gefühlten Marathon mit Gepäck zusammensetzte. Wir haben noch daran gedacht, uns einen Wecker zu stellen, damit wir nicht unseren ersten Tag hier verschlafen, aber uns hätten keine zehn Pferde wecken können.. Aufgewacht sind wir gegen 21 Uhr, d.h. 11 Uhr deutscher Zeit. In der Nacht haben wir dann trotzdem schlafen können, sind bloß gegen 5 Uhr morgens aufgewacht. Das hat sich eigentlich bis heute (13.08.) hingezogen, denn später als um 6 oder um 7 sind wir bisher nicht aufgestanden. 




Die Bauweise erinnert sehr an Amerika mit Leichtbau-Häusern, kleinen Holzzäunen und unglaublich vielen Autos. Die Familie, die den Wohnwagen vermietete, besaß allein fünf, gegenüber standen neun an einem Haus. Außerdem fällt auf, dass jeder Zweite einen modifizierten Auspuff etc. besitzt, da es dahingehend in Neuseeland wenige Bestimmungen gibt und auch viele Autos mit großen Motoren sind unterwegs, sodass es in manchen Gegenden ziemlich laut werden kann. Weiterhin zeigt sich schon in der Stadt die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Palmen an jeder Straßenecke und super grünes Gras sowie unterschiedliche Singvögel bewegen uns immer wieder zum Innehalten, Betrachten und Lauschen.

An den nächsten Tagen sind wir öfter nach Auckland gefahren und waren das erste Mal einkaufen, was ewig gedauert hat, da man sich erst einmal an die verschiedene Anordnung und die komplett unterschiedlichen Produkte gewöhnen muss. Da derzeit Winter ist, gibt es hier auch keine riesige Auswahl an Obst und Gemüse und dieses kann auch, je nach Herkunft, recht teuer sein, da es importiert wird. Trotzdem findet man natürlich immer irgendetwas, z.B. Kürbis, den es in Deutschland im Sommer ja nicht so viel gibt.

Tja das Busfahren... Darüber muss ich hier an gesonderter Stelle berichten. Zunächst einmal fahren überhaupt nur sehr wenige. Das heißt, wenn man einen verpasst, muss man teilweise zwei Stunden lang auf den nächsten warten und das tagsüber unter der Woche. Da läuft man dann lieber doch zu Fuß. Ticketautomaten gibt es nicht, deshalb muss man immer kleines Bargeld dabeihaben, obwohl die Neuseeländer sonst alles mit Kreditkarte bezahlen. Weiterhin findet man die Bushaltestellen einfach nicht. Da denkt man doch, man ist studiert usw. und dann wird so etwas zum Problem. 😛 An manchen Haltestellen ist ein sehr kleines weißes Schild mit einem roten Bus angebracht, das in der Landschaft aber total untergeht. Nichts anderes deutet darauf hin, dass an der Stelle ein Bus abfährt. Außerdem haben die Haltestellen vierstellige Nummern, die man sich merken soll? Dazu kommt, dass in den Bussen nichts angesagt oder angezeigt wird und man also immer nachfragen oder auf gut Glück aussteigen muss. Wenn man ein bestimmtes Ziel hat, ist das schon ziemlich unpraktisch. Wir haben also gelernt, dass das Busfahren in Neuseeland den Leuten vorbehalten ist, die sich in der Gegend auskennen, aber wir wollen ja nicht ewig auf den Bus angewiesen sein, sondern uns selbst ein Gefährt zulegen. Eine sehr nette Erfahrungen haben wir mit einem Busfahrer gemacht, der mich kostenlos mitfahren lies, weil er beobachtet hat, wie ich einem älteren Herren seine heruntergefallene Buskarte aufgehoben habe. Das hat uns ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. 🙂
Da uns leider mehrere Leute abgesagt haben, bei denen wir hätten arbeiten und wohnen können, mussten wir auf einen weitere Unterkunft zurückgreifen. Wir sind jetzt in Greenlane, das etwas näher an Auckland gelegen ist. Dort haben wir ein privates Zimmer und ein Bad und teilen uns die Küche und das Wohnzimmer mit einer netten aufgeschlossenen Familie mit vier älteren Kindern. 
So nach diesem langen Bericht brauche ich und ihr vielleicht auch erst einmal eine Pause.. Wir melden uns in den nächsten Tagen wieder. 
Bis dahin, liebe Grüße
Julia
Author: Tim Schollbach
Posted: August 13, 2016, 8:15 am

Nach einem Abschied, der es uns nicht einfach gemacht hat, zu gehen und ca. 10 Stunden Flug sind wir in Seoul angekommen. Die Zeit verging relativ schnell, bei dem ganzen Unterhaltungsprogramm an Bord. Turbulenzen hatten wir kaum, alles verlief problemlos, nur das Schlafen gestaltet sich etwas schwierig.. Nun warten wir 4 Stunden auf unseren Anschlussflug nach Auckland. Die Zeitumstellung macht uns schon etwas zu schaffen, deshalb können wir mittags um 2 kaum die Augen aufhalten. Wir sind aber optimistisch was den Jetlag betrifft, denn die Essens- und Schlafenszeiten an Bord sind schon ziemlich gut an das Zielland der Reise angepasst. Das Essen, das wir übrigens als Erste bekommen haben, war recht gut. Viel Gemüse und Obst und deutsche Lebensmittel wie Vollkornbrot und Deli Margarine. Unser Flugzeug ist über Kopenhagen, Helsinki, Russland und China geflogen. Aus dem Fenster konnten wir einen Regenbogen von oben und das Gelbe Meer zwischen China und Korea sehen. Das Beeindruckenste war jedoch, zu beobachten, wie die Sonne durch den Flug nach Osten schnell verschwindet und innerhalb von ca. 2 Stunden wieder aufgeht. Wir freuen uns auf ein richtiges Bett, aber das muss noch ungefähr 11 Stunden Flug warten... Bis bald! Tim & Julia


Author: Tim Schollbach
Posted: August 6, 2016, 5:40 am