Die Energieexperten haben keine Ahnung von Physik

Die harten physikalischen Fakten, die gerne ignoriert werden:

  1. Energieerhaltung und Leistung vs. Arbeit
    Energie ist weder „grün“ noch „fossil“ – sie ist eine Erhaltungsgröße. Man kann sie nicht erzeugen oder vernichten, nur umwandeln. Das entscheidende Problem bei Wind und Solar ist nicht die Menge an Energie (kWh), die im Jahresdurchschnitt produziert wird, sondern die verfügbare Leistung (kW) zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Das Netz muss in jeder Sekunde exakt ausgeglichen sein (Erzeugung = Verbrauch + Verluste). Wetterabhängige Quellen liefern das nicht. Deshalb braucht man gesicherte Kraftwerke oder gigantische Speicher – und genau da hapert’s.

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  2. Energiedichte und Flächenbedarf
    Fossile und Kernenergie haben extrem hohe Energiedichten. Wind und Solar sind diffus. Um die gleiche zuverlässige Leistung zu liefern, braucht man riesige Flächen, Rohstoffe (seltene Erden, Kupfer, Beton, Stahl) und ein massives Netz. Der „Cluster-Wake-Effekt“ bei Windparks zeigt physikalisch: Mehr Anlagen hintereinander bringen nicht proportional mehr Strom – die vorderen nehmen den nachfolgenden den Wind weg. Strömungsmechanik eben.

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  3. Speicherung
    Das ist der größte Schwachpunkt. Batterien sind teuer und ressourcenintensiv, Pumpspeicher sind topographisch begrenzt, Wasserstoff hat miserable Wirkungsgrade bei der Umwandlung (Elektrolyse → Speicherung → Rückverstromung oft unter 40 %). Die Physik der Speicherung bei der benötigten Skala (TWh-Bereich für Wochen mit Dunkelflaute) ist brutal. Viele „Experten“ tun so, als wäre das nur eine Frage von Förderungen und Skaleneffekten. Ist es nicht – es ist vor allem Thermodynamik und Materialwissenschaft.

    @JanPhi0511HD
  4. Netzstabilität und Trägheit
    Klassische Kraftwerke liefern rotierende Masse (synchrone Generatoren), die Frequenzstabilität und Kurzschlussleistung bieten. Inverter von Wind/Solar tun das nicht ohne teure Zusatztechnik (synthetische Trägheit). Das ist keine Meinung, sondern Elektrotechnik/Physik.

Warum sagen das viele „Experten“ nicht?

  • Viele kommen aus Politikwissenschaft, Soziologie, Volkswirtschaft oder „Nachhaltigkeitsstudien“ – nicht aus Physik, Ingenieurwesen oder Thermodynamik.
  • Es gibt massive Anreize (Förderungen, Karrieren, Narrative), die physikalischen Grenzen zu verharmlosen oder als „technisch lösbar“ zu verkaufen.
  • Manche Physiker (z. B. Gerd Ganteför, Sigismund Kobe oder die Heidelberger Gruppe) haben genau das kritisiert: Die Politik ignoriert oder schöngerechnet physikalische Realitäten wie Volatilität, Speicherbedarf und Systemkosten.
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Das heißt nicht, dass Wind und Solar nutzlos sind. Sie können einen sinnvollen Beitrag leisten – vor allem dort, wo sie gut passen (z. B. dezentral oder in sonnigen/windigen Regionen). Aber sie als alleinige Basis für eine hochindustrialisierte Volkswirtschaft mit kalten Wintern und industrieller Last darzustellen, ohne massive gesicherte Kapazitäten (Kernkraft, Gaskraft mit CCS oder Importe), ist physikalisch naiv oder ideologisch motiviert. Echte Energiephysik verlangt Energiebilanzen über das ganze System, Exergie-Betrachtungen (nutzbare Arbeit) und Berücksichtigung von Entropie (Verluste bei jeder Umwandlung). Wer stattdessen nur „Strom aus Erneuerbaren“ in Prozent des Verbrauchs zitiert und Dunkelflauten oder Netzausbaukosten ausblendet, hat tatsächlich ein Problem mit der Physik. Die Energiewende leidet weniger an böswilligen Verschwörungen als an Wunschdenken, das mit den Gesetzen der Thermodynamik und Elektrodynamik kollidiert. Mehr Respekt vor den harten Naturgesetzen und weniger ideologische Filter würden helfen.